Die bisherigen Interaktionsmöglichkeiten des Projektes Stellungswechsel sind in ihrem Aktionsradius sehr eingeschränkt. Der Benutzer kann nur in dem von der Kamera erfassten Bereich mit der Software interagieren. Das Vorhandensein eines ausreichend großen Raumes und entsprechender Technik ist außerdem erforderlich, um in die virtuelle Welt einzutauchen.

Der folgende Ausblick soll eine Möglichkeit zeigen, wie man mobile Technologien nutzen könnte, um dem Benutzer jederzeit und überall den Zugang in eine bewegungsgesteuerte Spielumgebung zu bieten. Besonders die Verwendung von vernetzten Kleinrechnern bietet hierbei interessante Perspektiven. Die technische Realisierbarkeit soll weniger im Vordergrund dieses Ausblicks stehen. So wird für das mobile Spielgeschehen eine GPS-Technologie angenommen, die den Standort wesentlich exakter bestimmen kann, als dies momentan möglich ist. Derzeit kann man eine Standortbestimmung im kommerziellen Bereich bis auf fünf bis zehn Meter genau durchführen. Im militärischen Bereich beträgt die Messgenauigkeit immerhin etwa einen Meter.

Um eine präzise Steuerung der virtuellen Spielfigur zu ermöglichen sollte die Genauigkeit der Positionsbestimmung bei etwa zwanzig bis dreißig Zentimetern liegen. Außerdem müsste die Dauer zwischen dem Senden und der Verarbeitung des Signals möglichst gering sein, damit keine Verzögerung zwischen der Positionsänderung des Benutzers und der Bewegung der Spielfigur bemerkbar ist. Diese technischen Möglichkeiten sind derzeit noch nicht gewährleistet. Insofern denkt die folgende Beschreibung ein zukünftiges Szenario an, ohne dieses real umsetzen zu können.
 
     
Die mobile Version von Stellungswechsel ist eine Anwendung, die auf einem PDA (Personal Digital Assistent) ausgeführt wird. Mit diesem mobilen Computer loggt sich der Benutzer in eine Multi-User-Umgebung ein, in der er jederzeit und überall mit anderen Benutzern, die die gleiche Anwendung ausführen, auf einem Spielfeld interagieren kann. Dieses Spielfeld ist keineswegs fest definiert. So kann der Benutzer entweder ein eigenes Spielfeld erschaffen oder auf einem bereits existierenden mitspielen. Neue Spielfelder werden an schon bestehende angebaut. Die Anschlussstellen der Ebenen sind für den Ball durchlässig. So kann eine Spielumgebung erschaffen werden, die aus beliebig vielen Spielfeldern besteht, welche miteinander verbunden sind. Der Standort eines Teilnehmers ist in der mobilen Version von Stellungswechsel weder im realen Raum, noch im virtuellen Raum an einen festen Punkt gebunden. Dank der tragbaren Technologie darf der Benutzer zunächst frei entscheiden, an welchem Ort er über das PDA interagieren möchte, um dann in der Multi-User-Anwendung auszusuchen, wo im virtuellen Raum er am Spiel teilnimmt.

Nach der Anmeldung des Benutzers wird dessen momentaner Standpunkt ausgelesen und als persönlicher Nullpunkt definiert. Das bedeutet, dass die Bewegungen, die der Benutzer ausführt, immer relativ zu diesem Nullpunkt berechnet werden. Die virtuelle Spielfigur bewegt sich entsprechend der berechneten Koordinaten auf der Spielfläche. Bei einer wachsenden Anzahl von Spielfeldern reicht ein Ball im Spiel nicht aus. Deshalb wird mit jeder neuen Ebene auch gleichzeitig ein neuer Ball geschaffen.